Eichendorff-Gymnasium Bamberg

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Englisch

Besonderheiten der modernen Fremdsprache Englisch

Die gymnasiale Schulordnung für Bayern schreibt in § 54 vor:

„…in jeder modernen Fremdsprache muss in mindestens einer geeigneten Jahrgangsstufe davon eine Schulaufgabe oder ein Teil einer Schulaufgabe in Form einer mündlichen Prüfung abgehalten werden.“

Die Fachschaft Englisch am Eichendorff- Gymnasium Bamberg hat auch im Hinblick auf das neue G8-Abitur für die Klassenstufen 6, 8 und 10 eine Schulaufgabe in mündlicher Form festgelegt.

Darüber hinaus schreibt § 54 GSO eine solche mündliche Prüfung für die Jahrgangsstufe 11 oder 12 vor.

Daraus ergibt sich im Verlauf des G8 eine Gesamtzahl von 4 mündlichen Prüfungen als Großem Leistungsnachweis. Wir denken, dass die Schülerinnen damit optimal auf das Abitur vorbereitet sind, das auch zumindest aus einem mündlichen Teil besteht. (s. §79 GSO:

„Die schriftliche [Abitur]Prüfung in den modernen Fremdsprachen wird durch einen mündlichen Prüfungsteil ergänzt, der im Ausbildungsabschnitt 12/2 möglichst als Partner- oder Gruppenprüfung vor dem schriftlichen Teil abgehalten wird.“

In Bayern werden überdies in zwei Jahrgangsstufen zentrale Jahrgangsstufentests in Klasse 6 und 10 gestellt. Die Tests der 10 Jahrgangsstufe können durch einen ergänzenden zentralen Test am Ende der Klasse 10 zu einem Großen Leistungsnachweis zusammengefasst werden.

Darüber hinaus nehmen alle 8. Klassen am Vera 8- Test teil.

Abitur im Fach Englisch (G8)

Das Abitur im Fach Englisch sieht folgende Alternativprüfungen vor:

Englisch als mündliches Prüfungsfach

Analog zum Colloquium des G9 sieht die mündliche Prüfung folgende Teile vor:

Eine 15-minütige Prüfung zu einem Themenschwerpunkt aus einem Semester, mit einem Referat und anschließendem Gespräch darüber

Eine 15-minütige Prüfung zu zwei weiteren Semestern.

Die Besprechung von Begleitlektüre ist nicht vorgesehen.

Englisch als schriftliches Prüfungsfach:

Vor der schriftlichen Prüfung (s.u.) erfolgt eine mündliche Partner- oder Gruppenübung in 12/2 als Bestandteil des schriftlichen Abiturs. Das schriftliche Abitur besteht aus folgenden Teilen:

  • Hörverstehensübung

  • Kombinierte Textaufgabe mit Fragen zu einem fiktionalen oder fiktionalem Text und einer oder mehrerer weitergehender Fragen

  • Sprachmittlung (als Übergang eine Version alternativ)

Aktivitäten des Fachbereichs Englisch

Schüleraustausch England

Alljährlich nimmt eine leider begrenzte Anzahl von Schülerinnen am Städteaustausch der Stadt Bamberg mit Bedford/ England teil.

Schüleraustausch USA

Im 2-Jahres- Rhythmus findet seit vielen Jahren ein Austausch mit einer High School in Zionsville/USA statt. Dabei besuchen vornehmlich 9. Und 10. Klässlerinnen unsere Partnerschule, um dann im Folgejahr Gastgeber ihrer amerikanischen Austauschschüler zu sein.

Englisches Theater

Darüber hinaus haben unsere Schülerinnen v.a. der Unterstufe des Öfteren die Gelegenheit an englischsprachigen Theaterstücken teilzunehmen, um so einen Einblick in die fremdsprachige Kultur zu bekommen.

Studienfahrten

Immer wieder ist v.a. London ein „Standardziel“ für Studienfahrten der Oberstufe.

Assistant Teacher

Alle 2 Jahre wird unserer Schule ein männlicher oder weiblicher assistant teacher zugeteilt, die dann im Verlauf eines Schuljahres Schülerinnen aller Klassenstufen mit ihrem Heimatland in englischer Sprache vertraut machen.

Wochenstundenzahlen und Schulaufgaben im Fach Englisch (G8):

Klasse 5
5 Wochstunden
4 Schulaufgaben
Klasse 6
4 Wochenstunden
4 Schulaufgaben
Klasse 7
3 Wochenstunden + 1 Intensivierung
3 Schulaufgaben
Klasse 8
3 Wochenstunden
3 Schulaufgaben
Klasse 9
3 Wochenstunden
3 Schulaufgaben
Klasse 10
3 Wochenstunden
3 Schulaufgaben
Klasse 11
4 Wochenstunden
2 Schulaufgaben
Klasse 12
4 Wochenstunden
2 Schulaufgaben

Verwendete Lehrbücher im Fach Englisch

Klasse 5-10: Englisch G (Cornelsen-Verlag):

Klasse 11-12: Green Line Oberstufe (Klett-Verlag):

Ansgar Lennartz

Englisches Theaterprojekt: All the fuss about Hamlet!

Die generelle Meinung auf Schülerseite zu William Shakespeares Hamlet ist nicht selten folgende. Man empfindet das Drama aufgrund der Länge und der Vielzahl der Monologe als zu langweilig. Was die Klasse 8b anbetrifft, so verhielt sich dieser Sachverhalt etwas anders.

Im Englisch-Lehrbuch der 8. Jahrgangsstufe befindet sich eine Reading Unit zu Shakespeare, an der sich die Klasse spontan interessiert zeigte, und durch die das Theaterprojekt All the fuss about Hamlet! entstand. In der Besprechung des Stückes im Englischunterricht ergaben sich viele Diskussionen, sowie Identifikationspotential für junge Leute, und die Schülerinnen hatten die Idee, die komplexe Handlung und Personenkonstellation einmal für Jugendliche verständlich darzubieten.

Am Mittwoch, 21. April 2010, zeigte die gesamte Klasse 8b in einer 60minütigen Aufführung vor mehr als 150 Zuschauern im Foyer des ersten Stockes des Eichendorff-Gymnasiums ihre Version des Hamlet, „meist auch so, wie es Shakespeare geschrieben hat“.

Zwei Mädchen (Leonie Fichte und Janina Wicke) führen als Erzählerfiguren in das Stück und in eine generelle Problematik vieler Schüler ein, nämlich eine vom Lehrer aufgetragene Lektüre in einer Fremdsprache lesen zu müssen, die einen eigentlich nicht im Geringsten interessiert. Im Hintergrund tritt ein Chor auf (Lara Dietrich, Lena Korzendorfer, Pia Loch, Nicole Punzet), der dieses Dilemma besingt: „Hamlet! Who the …. is Hamlet?“

Den beiden erscheint Ramon Martinez Congaz (Madeleine Michler mit spanisch-englischem Akzent) aus dem Kinofilm Wickie und die starken Männer, der genug von den Raubzügen und Barbareien der Nordmänner hat und sich nach mehr Niveau sehnt. Shakespeares Hamlet kommt ihm da gerade recht. Vor der eigentlichen Handlung stellen die drei zunächst alle wichtigen Personen des Stückes kurz vor, die sich nach und nach auf einem lebensgroßen Schachbrett platzieren. Deren Auftritt wird jeweils von einem, für die betreffende Person charakteristischem, Musikstück begleitet.

Der Norwegerkönig Fortinbras (Isabell Wagner) führt Krieg mit dem Dänenkönig Hamlet (Pia Loch). Zu Beginn der Geschichte ist Letzterer bereits tot, und ein Bischof (Nicole Antalovics) krönt den neuen König Claudius (Eva-Lotte Schabbehard). Dieser ist der Bruder des verstorbenen Hamlet, der auch dessen Witwe Gertrude (Alexandra Schmoll) ehelicht. Hamlet junior (Lena Korzendorfer) kommt vom Studium aus Wittenberg zurück und findet die neue Familienkonstellation merkwürdig. Claudius zeigt sich nicht als Freund der langen Diskussionen und lässt den jungen Mann durch zwei Bodyguards (Milena Eichhorn und Sophia Schlamminger) kurzerhand abführen. Der weise Haushofmeister Polonius (Sarah Omeirat) beschwichtigt ihn.

Hamlet erscheint auch der Geist seines verstorbenen Vaters, der ihm verrät, dass er durch seinen eigenen Bruder vergiftet wurde und daher Rache fordert.

Währenddessen zählt Claudius in Ruhe sein Geld und lässt seine Frau putzen. Auch der Problematik einer armen Bürgerin (Melanie Bulla) schenkt er keinerlei Gehör.

Nach langen Überlegungen, hin und hergerissen zwischen moralischer Verpflichtung und Pflichterfüllung, beschließt Hamlet, sich verrückt zu stellen. Die beiden lesenden Schülerinnen scheinen sich langsam am Geschehen interessiert zu zeigen und beziehen auch das Publikum in ihre Überlegungen zur Story mit ein.

Die hübsche Ophelia (Sophia Schmid), Polonius´ Tochter, nähert sich Hamlet und gesteht ihm ihre Liebe, und für einen Moment regnet es Herzen auf die beiden durch eine Applausdame im Dirndl (Nicole Punzet). Hamlet aber weist sie zurück. Zwei „gute“ Studienfreunde, Rosencrantz (Justine Diehl) und Guildenstern (Patricia Back), versuchen, ihn aufzumuntern, indem sie ihn an frühere Zeiten in Deutschland erinnern: „The beer! The Octoberfest!“. Hamlet aber möchte in Ruhe gelassen werden. Da kommt eine Schauspieltruppe (Christina Belzer, Lara Dietrich, Pia Loch, Jasmin Schauer) an den Hof und spielt im Stück The Mousetrap die Vergiftung eines Königs. Claudius verlässt hastig den Saal, was für Hamlet Beweis genug für die Glaubwürdigkeit der Aussagen des Geistes zu sein scheint.

Nun befindet sich der Held erneut in einer moralischen Zwickmühle. Daher begibt er sich in Günther Jauchs Show Who wants to be a murderer?, um eine eindeutige Antwort zu erhalten. Der Fifty-Fifty-Joker lässt folgende Aussagen übrig: To be und Not to be. Da dies Hamlet auch nicht weiterhilft, ruft er seinen Philosophieprofessor aus Wittenberg, Ralf Liedtke, an. Der Telefonjoker ergießt sich in allerlei Ausführungen zum menschlichen Sein und liefert Hamlet bedauerlicherweise auch keine eindeutigen Handlungsanweisungen. Den beiden Leserinnen scheint es zu gefallen: „Da Herr Liedtke als Telefonjoker versagt hat, beschließt Hamlet erneut, sich verrückt zu stellen. Shakespeare ist ganz schön witzig!“

Mit der Frage nach der Wahrheit sucht Hamlet anschließend seine Mutter auf. Im Hintergrund bewegt sich in ihrer Kammer ein Vorhang, und Hamlet sticht blindlings mit einem Messer auf ihn ein. Erwischt hat es Polonius. Auch der zweite Versuch, seinen Onkel umzubringen, misslingt, da dieser in der betreffenden Situation gerade im Gebet versunken ist.

Der König scheint etwas zu ahnen. Daher schickt er Hamlet mit Rosencrantz und Guildenstern und einem geheimen Brief per Schiff nach England. Aber auch Hamlet ist der Zweck dieser Reise nicht geheuer, daher schickt er mittels der Laptops seiner beiden technisch unerfahrenen „Freunde“ eine E-Mail nach England. Unterdessen wird das Schiff von Piraten angegriffen. Was bei Shakespeare durch Mauerschau und Botenbericht erzählt wird, zeigt die Klasse 8b auf der Bühne durch eine dramatische Seeschlacht, zur Musik von Fluch der Karibik, versteht sich.

Statt Hamlet werden am folgenden Tag Rosencrantz und Guildenstern dem Scharfrichter vorgeführt. Die Schülerinnen am Rand greifen nun auch, fasziniert von all der Action, direkt in das Geschehen mit ein und bewegen die Wellen, so dass Hamlet schneller nach Dänemark zurückkehren kann. Dort stiftet in der Zwischenzeit Claudius Laertes (Michelle Eichfelder) für den Fall des Falles, dass dieser zurückkehrt, zum Mord an Hamlet an, mit der Begründung, dieser sei für den Tod von Laertes´ Vater Polonius und den Selbstmord von dessen Schwester Ophelia verantwortlich. Laertes jedoch will sich nicht instrumentalisieren lassen. Claudius nimmt ihm daher sein Skateboard ab.

Wieder zurück in Dänemark wird Hamlet Zeuge der Beerdigung Ophelias, und er wird sich seiner wahren Liebe bewusst. Laertes fordert ihn zum Duell heraus, in dem Hamlet mit einem vergifteten Schwert verwundet wird. Auch Laertes wird getroffen und bricht zusammen. Hamlet ersticht Claudius, und Gertrude trinkt vergifteten Wein, bevor auch Hamlet stirbt.

Der Norwegerkönig Fortinbras erscheint, um mit König Hamlet über Frieden zu sprechen. Er ist entsetzt über das vorgefundene Blutbad und wundert sich, warum die Krone neben Claudius am Boden liegt. Da er nun der nächste König in der Abfolge zu sein scheint, gelobt Fortinbras, gut zu regieren. Bevor die Toten von ihm würdig bestattet werden, ersteht der junge Hamlet noch einmal für einen kurzen Moment zu Michael Jacksons Thriller auf.

Ramon zeigt sich entsetzt: „Das soll Hamlet sein? Shakespeare, der große Schriftsteller, hat so etwas geschrieben? Da hätte ich auch bei den Wikingern bleiben können, die waren am Ende wenigstens noch am Leben.“ Gen Frankreich verlässt er den Saal, da er meint, am Hof Ludwigs XIV. mehr Eleganz und Niveau anzutreffen.

Die Schülerinnen teilen seine Meinung jedoch nicht, da – ihnen zufolge – der Hamlet alles enthält, was junge Leute in Geschichten interessiert, und plötzlich sprechen beide sogar Englisch miteinander…

An dieser Stelle ist vor Allem das immense Engagement und der Ideenreichtum der 8b hervorzuheben, sowie ihre gute Klassengemeinschaft, der enge Zusammenhalt und die Bereitschaft, viele Nachmittage und Zeit außerhalb des Unterrichts in das Projekt zu investieren.

Weitere Mitwirkende hinter den Kulissen waren Jana Schmitt (Musik und Ton), Lena-Shirin Götz, Christine Maljak, Lisa Seymour, Katharina Zenk (Maske und Frisuren), Alina Sauernheimer und Sophia Schlamminger (Kulissen und gemalte Requisiten), sowie Johannes Wiedermann (Video).

Es gelang den Schülerinnen auf bemerkenswerte Weise, die komplexe Handlung eines als verstaubt geltenden Klassikers jugendgerecht, mit vielen Gags und einer großen Spielfreude darzustellen. Dies belohnte das Publikum an vielen Stellen auch mit spontanem Szenenapplaus.

Natalie Gutgesell