Führung in der Alten Hofhaltung Bamberg
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„Um die Zukunft historisch mitzugestalten, bedarf es der
Erkenntnis, dass die Gegenwart historisch bedingt ist.“
Die Beschäftigung mit der Dimension „Zeit“ ist das zentrale Element im Fach
Geschichte am Gymnasium. Mit Hilfe historischer Methoden, die den Schülern dem
Anforderungsniveau der jeweiligen Klassenstufe angepasst und anhand konkreter
Beispiele vermittelt werden, sollen Strukturen, Entwicklungsprozesse, die
Bedeutung historischer Ereignisse sowie die Rolle von Persönlichkeiten erfasst
werden.
Dabei ist Geschichtsunterricht weit mehr als reines Zahlen- und Faktenwissen,
gerade wenn man die Dimension der Geschichte als Voraussetzung begreift, Zukunft
gestalten zu können.
Jugend im Nationalsozialismus: Zwischen Anpassung und Widerstand
Besuch des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände Nürnberg
„Der Nationalsozialismus sah in der Jugend den wichtigsten Träger seiner
Zukunftsgestaltung. Nur wenigen jungen Menschen gelang es, sich der Vereinnahmung zu entziehen.
Mit Filmausschnitten, Tondokumenten und Fotos wird die Rolle Jugendlicher bei den
Reichsparteitagen, ihre Motivation zum Mitmachen, aber auch der jugendliche
Widerstand am Beispiel der "Weißen Rose" thematisiert“.
So lautet die Ankündigung des Themengesprächs, für das sich die Schülerinnen der
Klasse 9b bei ihrem Besuch des Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg
entschieden hatten.
Nachdem sich die Schülerinnen im Geschichtsunterricht mit dem Themenkomplex „Zeit
des Nationalsozialismus“ auseinandergesetzt hatten, bot sich zur Vertiefung eine Fahrt
nach Nürnberg an, um hier vor Ort die Bedeutung und Funktion der Reichsparteitage zu
verdeutlichen.
Ein Teil der Klasse wollte die Ausstellung mit Unterstützung eines Audio Guides
und mit Fragebögen selbst erkunden, der andere Teil entschied sich für eine Führung.
Diese gab zunächst einen Überblick über das Reichsparteitagsgelände und Informationen
zur Kongresshalle sowie zur Konzeption der Ausstellung. Nach dem eineinhalbstündigen
Ausstellungsbesuch hatten die Mädchen noch Gelegenheit, einzelne Sachverhalte individuell
zu vertiefen.
Daran anschließend trafen sich die Schülerinnen im Seminarraum des Studienforums zu
einem Nachgespräch. Hier stand der Schwerpunkt „Jugend im Nationalsozialismus“ im
Vordergrund. Die allermeisten Schülerinnen nutzten die Gelegenheit, um zum einen ihr
bereits erworbenes Wissen anzuwenden und zum anderen Fragen zu stellen. Mit Hilfe von
Plakaten und kurzen Filmsequenzen wurde die Macht von Bildern und Inszenierungen
herausgearbeitet, was die Manipulation der Massen, vor allem auch der Jugend, zeigte.
Erschreckend deutlich machte dies eine Gegenüberstellung von Bildern Jugendlicher auf
den Reichsparteitagen mit Photos heutiger Großveranstaltungen wie Rockkonzerte. Es war
nicht einfach, die Bildausschnitte und Momentaufnahmen der entsprechenden Zeit zuzuordnen.
Die Anstrengungsbereitschaft und das Interesse der Mädchen an diesem Tag bestätigt die
Relevanz, die das Lernen am historischen Ort besitzt.
Eigentlich war zum Abschluss noch ein kurzer Rundgang auf dem Gelände geplant,
der aufgrund starker Regenfälle leider ausfallen musste.
Im Juli werden beide neunten Klassen auch dieses Schuljahr die KZ-Gedenkstätte
in Dachau besucht haben.
Alexandra Franze
AGIL Museumspädagogik in Bamberg
Für unsere jüngsten „Historiker“ ergab sich im Oktober 2009
die Möglichkeit, Geschichte handlungsorientiert und regional zu „begreifen“.
Frau Philipp und Frau Franze nutzten mit ihren 6. und 7. Klassen das Angebot von AGIL,
einem Team von Archäologen, Historikern und Pädagogen, die durch ihren
museumspädagogischen Ansatz Geschichte lebendig werden lassen
Schülerinnen im Keltengewand
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Die Schülerinnen der 7. Klasse gewannen bei der Führung
„Kaufleute, Handwerksmeister und Kirche“ einen Einblick in die Zeit des Mittelalters
und der Frühen Neuzeit und erprobten sich im Feuermachen mit Hilfe von Feuerstein
und Zunder.
Dass die beiden Gallier Asterix und Obelix zu den bekanntesten Vertretern der
Kelten gehören, war für die Klasse 6b, die am Keltenprojekt „Die Kelten kommen“ von
AGIL teilnahm, ebenso überraschend wie die Tatsache, dass gerade unsere Gegend und
hier vor allen Dingen der Staffelberg zu den wichtigen frühen Siedlungsgebieten der
Kelten zählen
Besuch der Gedenkstätte Dachau
Gerade durch die Auseinandersetzung mit den Gräuel des Naziregimes kann der
Geschichtsunterricht einen großen Beitrag zur Werteerziehung leisten. Der Besuch der
Gedenkstätte Dachau für die 9. Klassen und der Besuch der Gedenkstätte Buchenwald bei
Weimar für die 11. und 12. Jahrgangsstufe stand auch dieses Schuljahr auf dem Programm.
Im Zusammenhang mit der Geschichte des Dritten Reichs wurde die Politik der
Nationalsozialisten gegenüber den Juden in der Ausstellung
„Der letzte Weg der Bamberger Juden“ des Bamberger Bündnisses gegen
Rechtsextremismus regionalgeschichtlich vertieft.
Günther Pierdzig (Bamberger Bündnis gegen Rechtsextremismus) führte die 9. Klassen
kompetent durch die Ausstellung, die in 6 Stationen die Geschichte und das Schicksal
der Bamberger Juden sehr anschaulich herausarbeitet. Die Informationstafel der ersten
Station zeigt bekannte Synagogenstandorte und alte Straßenbezeichnungen, die die
Jahrhunderte alte Existenz der Juden in Bamberg beweisen. Station 6 thematisiert
die Deportationen Bamberger Juden vom Bamberger Bahnhof aus in die Arbeits- und
Vernichtungslager der Nazis. „Zwischen dem 27. November 1941 und dem 23. September 1942
wurden nachweislich in fünf Transporten mindestens 223 Personen deportiert.“
(Flyer zur Ausstellung)
Austellung: "Rechtsradikalismus in Bayern"
Da Geschichtsunterricht immer auch eine gegenwartsbezogene Komponente hat und damit
zur politischen Bildung beiträgt, fand am 11.11.2009 die Eröffnung der Ausstellung der
Friedrich Ebert Stiftung „Rechtsradikalismus in Bayern“
statt. Die Schülerinnen der 9. und 10. Klassen konnten sich in diesem Zusammenhang bei
einem Vortrag mit dem Thema „Rechtsradikalismus in Franken“
von Frau Mayr vom Projekt Tacheles vorab informieren.
Ausblick
In der letzten Schulwoche sind noch weitere Aktivitäten der Fachschaft Geschichte
in Planung. So fahren auch dieses Jahr die Schülerinnen der 10. Klasse nach Berlin.
Die Schwerpunkte der Berlinfahrt, die OStR Michael Kick organisiert, sind die Rolle
Berlins nach 1945 sowie während der deutschen Teilung und Einblicke in die Diktatur der
DDR, was gerade durch den Besuch des ehemaligen Stasi-Gefängnisses Hohenschönhausen
drastisch vor Augen geführt wird.
Römisches Leben steht bei der Exkursion der Klasse 6b nach Aschaffenburg zum
Pompejanum auf dem Programm. Diese Fahrt verknüpft Inhalte der Fächer Latein sowie
Geschichte und wird von Frau Philipp und Frau Franze durchgeführt werden.
Der Leistungskurs Geschichte wird zusammen mit dem Kursleiter OStR Schmidt gegen
Schuljahresende eine Fahrt ins Ruhrgebiet unternehmen, um dort das Themengebiet
„Industrialisierung“ vor Ort zu erkunden und den Strukturwandel dieses Gebietes bis
in die Gegenwart zu verfolgen.
Alexandra Franze